Das Eintauchen in die verschiedensten Welten des Europarks in Rust zählt zu den Highlights in der Schullaufbahn eines jeden Schülers.

Einmal muss man einfach mit der Klasse dort gewesen sein. Man könnte diesen Besuch vielleicht als „den aufregendsten und natürlich entscheidendsten Schritt“ in Richtung Schulabschluss bezeichnen. Nach endlosem Warten und einem Jahr Verspätung, erreichte uns dieses Ritual am 7. Juli. Die wilde Fahrt konnte beginnen.

Um möglichst die volle Zeit auszukosten, fuhren wir schon um 7:30 Uhr los. Unser Ziel war es, diesen Besuch so intensiv und so lange wie möglich, erleben zu können. So lautete zumindest unser Plan. Leider hatten wir aber mit dem Stau und diversen Baustellen nicht gerechnet. Das war aber weiter nicht schlimm, denn die gute Stimmung und Vorfreude konnte in den von Herrn Schütz und Herrn Keiner gesteuerten Bussen nicht getrübt werden.

Gleich zu Beginn, ja schon vor dem Eingang wurden wir auf die fröhliche, spannende und vielseitige Welt dieses Parks aufmerksam gemacht. Soweit das Auge reichte, sah man aufwendig und liebevoll gestaltete Themenwelten, überall sprudelte mal fröhliche mal spannende Musik aus den zahlreichen Lautsprechern und man blickte vor allem in viele funkelnde Augen, wobei man sich das breite Lächeln unter den Masken nur vorstellen konnte.

Leider war es aber aufgrund der kurzen Zeit und den Wartezeiten vollkommen unmöglich alle Attraktionen zu besuchen, weshalb wir Prioritäten setzen mussten. Morgens konzentrierten wir uns deshalb hauptsächlich auf die Fahrgeschäfte in dem hinteren Teil. Neben Blue Fire, Silverstar, Wodan und Eurosat genossen wir auch vor allem in der mittäglichen Hitze das Fjordrafting und die anderen tollen Wasserattraktionen.

Eigentlich lässt sich unser Tag in drei verschiedene Aktivitäten zusammenfassen. Ein großer Faktor war das Laufen zwischen den Attraktionen, der Zweite der Spaß und das Adrenalin auf den 13 Achterbahnen. Die meiste Zeit verbrachten wir aber mit dem Warten. Um an die Attraktionen heranzukommen, musste man zuerst einen endlosen Parcours durchlaufen, und wenn man dann endlich den Eingang in die Achterbahn sah und dachte man hätte es geschafft, musste man noch einen großen Bogen um die Attraktivität machen, um endlich die Fahrt genießen zu können. Jeder arbeitet halt mit seinen Tricks.

Unser Trick war das gute Zeitmanagement. Wir hielten uns eigentlich immer in den Gebieten außerhalb der großen Masse auf. So konnten wir uns eigentlich fast immer eine Wartezeit über 15 Minuten ersparen. Ein weiterer „Trick“ war, dass wir größtenteils geschlossen durch den Park gingen und somit gemeinsam die Adrenalinkicks erleben konnten. Zudem wurden die Wartezeiten und die langen Wege mit vielen guten und interessanten Unterhaltungen überbrückt. Somit bot dieser Ausflug nicht nur viele tolle Fahrgeschäfte, sondern auch einen immensen und nachhaltigen Mehrwert für die Klassengemeinschaft. 

In dieser bunten Welt mit über 100 Attraktionen und Shows konnte für jeden das passende Mittagessen gefunden werden. Das war im Übrigen bei einer Auswahl aus 45 Restaurants und Bars auch nicht schwer. Die meisten entschieden sich für ein Essen im Griechischen Viertel. Selbstverständlich extra große Portion.

Mittags konnten wir noch genügend in den 15 europäischen und 3 Fantasie- Themenbereichen entdecken und erleben. Nach einer kurzen Verdauungspause und eher langsameren Fahrgeschäften, nahmen wir wieder Fahrt auf, dieses Mal sogar mit Herrn Schütz und Herrn Keiner. Lasset das Kreischen beginnen.

Am Ende des Tages erreichte uns die Schlussklammer in Form des Rückfahrstaus, sodass wir um ca. 20:30 Uhr an der Schule wieder ankamen. Abends, als man dann erschöpft und glücklich im Bett lag und den Tag Revue passieren ließ, fing sich plötzlich alles im Zimmer an zu drehen. Man wurde in eine immer schneller werdende Achterbahnfahrt gerissen, während die Augenlieder immer schwerer wurden. Das ständige und monotone Warten fand seinen Gleichtakt in den ratternden Rädern, das viele Laufen verwandelte sich in die Geschwindigkeit dieser Bahn und das Adrenalin konnte man in dem ganzen Prozess wiederfinden. Das waren die letzten Erinnerungen dieses Tages bevor man in einen tiefen Schlaf gerissen wurde. Als man dann von dem schrillen Läuten des Weckers um 6 Uhr geweckt wurde, war einem augenscheinlich klar, man hatte die Phantasiewelt verlassen und der Alltag musste übermüdet bewältigt werden. Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall.